
Seit vielen Jahren bin ich mit wechselnden Schwerpunkten in der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe aktiv. Während der Ausbildung und der ersten Berufsjahre konzentrierte ich mich auf diese Bereiche und arbeitete daran mit, die Situation von Studierenden und Berufseinsteigern verbessern zu helfen. Inzwischen kann ich auf der Grundlage einer gesicherten beruflichen und privaten Existenz und mit dem Mandat der überwältigenden Mehrheit der Mitglieder unseres Vereins für die vielschichtigen Interessen und Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen eintreten. Aus dem Jahrgang 1951 stammend habe ich meine Schulzeit bei zunehmender Sehbehinderung an der Regelschule absolviert. Unmittelbar nach dem Abitur entschied ich mich für eine blindentechnische Grundausbildung, wenngleich ich mich noch viele Jahre lang im Grenzbereich zwischen Sehbehinderung und Blindheit bewegte. Seit 1978 arbeite ich als Verwaltungsjurist im öffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Ich lebe seither mit meiner Familie in Münster; unsere drei Kinder sind mittlerweile erwachsen und berufstätig.
Von 1980 an habe ich mehr als 26 Jahre lang im Vorstand unserer Bezirksgruppe Münster und Umgebung mitgearbeitet. Dem Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen e. V. gehöre ich seit 1988 an; Vorsitzender bin ich seit Oktober 1995. Im Mai 2006 wurde ich in das Präsidium des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands gewählt und 2010 wiedergewählt.
Wichtigster Inhalt meines ehrenamtlichen Engagements ist es, blinden und sehbehinderten Menschen bei der psychischen und praktischen Bewältigung ihrer Situation zu helfen. Die flächendeckend und gut durchorganisierte
Selbsthilfebewegung ist hierbei das wirksamste Instrument, denn sie bietet solide Beratungs- und Hilfskompetenz in Strukturen, die sich nach den Bedürfnissen der betroffenen Menschen richten. Aufgabe von uns ehrenamtlichen Funktionären ist es, Angebote und Strukturen weiterzuentwickeln und den geänderten Bedürfnissen der Mitglieder und Ratsuchenden anzupassen.
Hierzu gehört neben der Verantwortung für die effektive Basisarbeit auch die sozial- und behindertenpolitische Vertretung der Mitglieder. Sozialleistungen, die behinderungsbedingte Nachteile ausgleichen sollen, stehen in immer kürzeren Abständen auf dem finanzpolitischen Prüfstand und müssen gegenüber der Landes- oder Bundesregierung vertreten werden. Mein besonderes Anliegen hierbei ist das einheitliche Auftreten der drei NRW-Landesvereine im politischen Raum, aber auch die Verwirklichung des Gebots aus unserem Grundgesetz: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Seit 1999 habe ich deshalb auf Bundes- und landesebene sowohl durch meine Mitarbeit in Gremien als auch durch rechtliche Stellungnahmen an den Formulierungen der Behinderten-Gleichstellungsgesetze des Bundes und des Landes NRW mitgewirkt und die Position der betroffenen Menschen gegenüber der Politik und in der Öffentlichkeit vertreten. Im Landesbehindertenbeirat, der den Behindertenbeauftragten des Landes NRW berät, vertrete ich seit dessen Einrichtung die gruppe sehbehinderter und blinder Menschen gemeinsam mit anderen Vertretern unserer Selbsthilfefamilie.
Das Motto unseres Vereins ist sehr ernst gemeint: WIR SEHEN WEITER – das heißt, wir reagieren auf die veränderten Lebenssituationen der Menschen und gestalten die eigene Zukunft. Ich bin überzeugt davon, dass die Mitarbeit – aber auch nur die "einfache" Mitgliedschaft - in der Selbsthilfe ein Beitrag dazu ist, sowohl im Kleinen als auch im Großen etwas zu bewegen und zu verändern.
Der BSVW bietet seinen Mitgliedern viele attraktive Vorteile. Wir informieren Sie gerne.
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